Berufsunfähigkeitsversicherung – Das müssen Selbständige wissen

Dies ist der 3. Teil unsere Serie Versicherungen für Selbständige. In den beiden vorigen Beiträgen haben wir bereits auf die wichtigsten Versicherungen wie z.B. die Haftpflichtversicherung hingewiesen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit der Berufsunfähigkeit.

Zunächst muss man zwischen Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit unterscheiden.

Bei der Arbeitsunfähigkeit kann man nur für einen kurzen Zeitraum seine Arbeit nicht nachgehen. Man ist sozusagen für ein paar Tage/Wochen durch Krankheit oder Unfall außer Gefecht gesetzt und kann danach wieder seinen Beruf ausüben.

Wenn die Arbeitsunfähigkeit jedoch zu lange dauert, geht man in die Berufsunfähigkeit über. Von der Berufsunfähigkeit (=BU) redet man, wenn man nur den zuletzt ausgeübten Beruf durch Unfall, Krankheit oder Invalidität nicht mehr nachgehen kann.

Die allerletzte Stufe bildet die Erwerbsunfähigkeit, bei der durch körperliche und/oder geistige Leiden kein Erwerb mehr möglich ist und somit der Lebensunterhalt nicht mehr selbständig bestritten werden kann.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Wie bereits erwähnt entsteht die BU aus der Arbeitsunfähgikeit. Die BU tritt jedoch erst dann in Kraft, wenn man mind. 6 Monate nicht im Stande ist seinen zuletzt ausgeübten Beruf nachzugehen (bis zu 6 Monaten wird das über das Tagegeld der Krankenversicherung abgesichert). Ein Versicherungsfall liegt bereits dann vor, wenn man zu 50% durch körperliche oder geistige Einschränkungen nicht mehr seine Arbeit erledigen kann.

Die Berufsunfähigkeitsverischerung ist keine Pflichtversicherung; trotzdem ist ein Abschluss sehr empfehlenswert. Folgende Abbildung (eigene Abb. nach Sven Kesberger) veranschaulicht den Vorteil einer BU-Versicherung:

Berufsunfähigkeitsversicherung

Dein Geschäft läuft gut und du genießt ein reguläres Einkommen. Doch plötzlich wirst du krank oder hast einen Unfall und du musst deine Arbeit vorübergehend an den Nagel hängen. Wenig überraschend ist die Tatsache, dass meist psychische Probleme die Hauptgründe der BU sind.

In den ersten Wochen/Monaten bist du über die Krankenkasse abgesichert – diese zahlt jedoch nur für max. 1,5 Jahre. Wenn du dann keine BU-Versicherung hast, wird sich dein Einkommen drastisch verringern. Mit einer Versicherung kannst du jedoch beruhigt sein und deine Krankheit/Probleme in Ruhe bewältigen um später dann wieder topfit ins Arbeitsleben zurückkehren.

Tipp: Um deinen Arbeitsalltag einfacher zu gestalten und ein Burn-Out vorzubeugen solltest du auf professionelle Hilfe zurückgreifen. Zervant online Rechnungsprogramm hilft dir bei der Fakturierung. Jetzt unbegrenzt kostenlos testen!

Welche Varianten der BUV gibt es?

Wie auch bei vielen anderen Versicherungen gilt: Je früher man anfängt, umso günstiger wird es. Grundsätzlich kann man die BU bis zu einem Alter von 62 Jahren abschließen (mit höheren Prämien auch länger).

Die Berufsunfähigkeitsversicherung als

  • selbständige Verischerung – ist meist die günstigste Variante, kann jedoch nicht von der Steuer abgesetzt werden.
  • Risiko-Lebensverischerung mit Einschluss BU-Zusatzversicherung
  • Kapital- oder Rentenversicherung mit Einschluss BU-Zusatzversicherung
  • Basisrente (“Rürup-Rente”) mit Einschluss einer BUZ – hier kann der gesamte Betrag innerhalb steuerlicher Grenzen abgesetzt werden
  • in Kombi mit einer Fondsanalge als Überschussvariante – der Versicherer kalkuliert immer den Bruttobetrag der sich vom Zahlbetrag bzw. Nettobetrag unterscheidet. Wenn nun Überschüsse entstehen können diese dann gutgeschrieben werden oder sie werden in einem Fond angelegt, den man dann ausbezahtl bekommt, wenn man nicht berufsunfähig geworden ist.

EXKURS: Dread-Disease-Versicherung

Diese ist im Grunde aufgebaut wie eine Lebensversicherung. Man gibt bei Versicherungseintritt eine spezifische Krankheit an; falls man diese Krankheit bekommen sollte, erhält man eine einmalige Summe ausgezahlt.

Eine Körperschutzpolizze ist vor allem für körperlich Aktive z.B. Personal Trainer zu empfehlen.

Quelle: Interview mit Sven Kesberger auf www.vgsd.de

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