“Die Höhle der Löwen” – Jungunternehmer kämpfen um Investoren auf VOX

Startups sprudeln meist vor Kreativität, Elan, Engagement und positiver Energie. Was ihnen jedoch (fast) immer an einem gewissen Punkt im Unternehmensaufbau fehlt ist das nötige Kapital. Dieses Geld sollen Jungunternehmer nun auf VOX in der “Höhle der Löwen” auftreiben können.

Reality-TV der neuen Generation

Der Privatsender startet eine Reality-TV-Serie, in der Menschen mit innovativen Geschäftsideen, Erfindungen oder vielversprechenden Businesses auf bereits erfolgreiche Unternehmer (den “Löwen”) treffen. Mitmachen kann jeder! Vom Programmierer eines Online-Rechnungsprogramms, bis hin zum Tischler mit neuartigen Möbelideen. Wer sein Konzept überzeugend präsentiert, kann den einen oder anderen Investoren für sich gewinnen. Ein großer Vorteil der Show für aufstrebende Unternehmen ist natürlich die Präsenz im TV. Neben der Möglichkeit neue Geschäftswege aufzutun und Kapital zu erlangen lernt das zusehende Publikum auch deren Produkte und Einsatz kennen.

Geldtiger, Haifischbecken & Co

Die “Casting-Show für Jungunternehmer”, wie sie von der Presse bereits betitelt wurde, basiert auf dem japanischen Format “Money Tigers” (Geldtiger). Bislang wurde das Konzept bereits in über 24 Ländern produziert. Die wohl bekanntesten Versionen sind das amerikanische Format “Shark Tank” (Haifischbecken) und das in Kanada und Großbritannien ausgestrahlte “Dragons’ Den” (Die Höhle der Drachen). Letzteres läuft bereits in der 11.Staffel.

Die investitionsfreudige “Jury”

Eines haben alle Versionen gemeinsam: In der “Jury” sitzen erfolgreiche Unternehmer und beurteilen die ihnen präsentierten Unternehmen nach Konzept, finanziellen Faktoren und auch nach den Personen die dahinter stehen. Anschließend entscheiden sie für sich selbst, ob, wie viel und in welcher Form sie in das Startup investieren möchten; mit Ihrem eigenen Geld versteht sich. Im Gegenzug erhalten sie Unternehmensanteile, die sich hoffentlich bald rentieren sollen.

Millionenschwere Unternehmer

In der amerikanischen Version “Shark Tank” (läuft bereits in der 5. Staffel auf ABC) hat man sich für die “Unternehmer-Serie” bekannte Gesichter ins Boot geholt. Zum Beispiel der Kanadier Kevin O’Leary (Bild, mitte), der ein IT-Business in der Garage seiner Eltern gestartet und letztendlich Ende der 90er Jahre für sage und schreibe 3,8 Milliarden Dollar (!!!) verkauft hat. Auch die anderen “Sharks” in der Serie sind Tycoons in Bereichen wie Immobilien, Bekleidung, Infomercials und Marketing.

So kann VOX von den hoffnungsvollen Startups profitieren

Die Bewerbungsphase läuft. Vox hat bis dato nur wenig Informationen über seinen Abklatsch oder zu den Investoren gegeben. Vermutlich werden diese dem “Normalbürger” eher unbekannt sein.

Ich bin nach wie vor auf die Verträge zwischen den teilnehmenden Startups und VOX gespannt. Der amerikanische Sender ABC verlangte von allen seinen teilnehmenden Unternehmen 2 % der Gewinne bzw. einen Unternehmensanteil von 5 %. Dabei war es egal, ob die Jungunternehmer mit oder ohne Deal nach Hause gingen.  Dies wurde jedoch zu Beginn dieses Jahres, dank dem Einsatz des “Sharks” Marc Cuban (Eigentümer des Baskettball-Teams Dallas Mavericks und milliardenschwerer Unternehmer) abgeschafft.  Ami Kassar, Wirtschaftskolumnistin der New York Times, erklärt warum: “Clevere Unternehmer sind nicht dazu bereit einfach so Anteile ihres Lebenswerkes abzugeben, nur um letztendlich in einer Show ohne Deal dazustehen”. Ich hoffe nicht, dass VOX den gleichen Fehler begehen wird.

Nicht immer bleibt’s beim Deal

Die Business-Pitchs dauern in der Regel eine Stunde, werden jedoch fürs Fernsehen auf zehn Minuten zusammengeschnitten. Doch wie heißt es so schön: Nach dem Deal, ist vor dem Deal. Die Due Dilligence-Prüfung steht nach dem Dreh an. Dabei werden die Stärken, Schwächen und Risiken des Business überprüft und “echte” Verträge aufgesetzt. Wenn die Zahlen nicht stimmen, gibt’s keinen Deal.

Dennoch hat es viele erfolgreichen Verhandlungen gegeben. Im “Land der unbegrenzten Möglichkeiten” wurden Ideen wie Brillenzubehör ‘READEREST’, Startups wie die Konditorei ‘Daisy Cakes’ und technische Spielerein wie ‘Chord Buddy’ bereits zum Kassenschlager.

Erfolg in Deutschland?

Ich bin ja schon seit langem Fan des amerikanischen und kanadischen Formats. Eine Reality-TV-Serie von der man einiges lernen kann, da die Investoren meist nicht mit Ratschlägen geizen. Ob in der deutschen Version Ideen und Verhandlungen genauso interessant wie bei den Vorbildern sein werden, wird sich zeigen. Ich bin gespannt!

Was denkst du? Kann eine Reality-Serie Startups zum großen Erfolg verhelfen? Würdest du in der “Höhle der Löwen” teilbringen? Siehst du auch Nachteile in diesem Konzept? Teile deine Meinung mit uns und anderen Selbständigen und hinterlasse ein Kommentar.

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Fotoquelle: Richard Cartwright/ABC

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