5 Tipps für einen preiswerten Start in die Selbständigkeit

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von FreelanceJunior.

Auf einen frischgebackenen Unternehmer kommen je nach Branche eine Menge obligatorischer Anschaffungen zu: Dazu zählen Firmenlogo, Briefpapier, Internetseite, Flyer und Online-Werbung. Glücklicherweise gibt es einige Workarounds, die zeigen, dass ein kompetitiver Unternehmensauftritt auch ohne Investitionen im hohen vierstelligen Bereich umsetzbar ist.

In diesem Beitrag sollen vor allem Lösungen vorgestellt werden, die praktikabel sind: Es geht darum, eine vorübergehende Lösung zur Umsetzung einer sauberen Corporate Identity zu bilden, um eine Geschäftsidee oder den Start in die freie Wirtschaft möglichst risikolos erproben zu können. Das Ergebnis soll gut genug sein, als dass die vom Unternehmen angebotenen Dienstleistung als hochwertig erachtet werden – langfristig muss aber teils auf eine andere Lösung umgestiegen oder mehr Geld investieren werden.

#1 Corporate Design und das Unternehmenslogo

Die Corporate Colors, Schriftarten und das Unternehmenslogo sind die essenziellen Bausteine, um die sich der weitere Aufbau Ihres Unternehmensauftritts legt. Damit alle weiteren Beteiligten effektiv und schnell mit diesen Bausteinen arbeiten können, sollte das Unternehmenslogo minimalistisch und klar sein – als Faustregel kann herangezogen werden, dass das Logo noch deutlich als Favicon (16×16 Pixel) oder auf einem Kugelschreiberschaft erkennbar sein sollte.

Normalerweise benötigen Sie das Logo in den folgenden Formaten:

  • Als Vektordatei, damit das Logo auf die erforderlichen Maße für Leuchtreklame oder zum Aufdruck – beispielsweise auf Sweatshirts – skaliert werden kann.
  • Als PNG-Datei mit transparentem Hintergrund, damit das Logo in Ihr Webdesign, auf Flyer und im Falle von Kooperationen auch sauber in das Material Ihrer Partnern eingebunden werden kann.
  • In Schwarzweiß und als Negativ, damit Sie und Ihre Kooperationspartner das Logo über Hintergründe legen können, die sich mit dem Logo farblich „beißen“.
  • Sauber herunterskaliert auf die Größe eines Favicons.
  • Wurde Ihr Logo im Starprinzip umgesetzt (das Signet ist oberhalb der Wortmarke positioniert), sollten Sie sich ebenfalls eine Version im Schub- oder Lokprinzip (Wortmarke steht vor oder nach dem Signet) erstellen lassen, damit Sie Ihr Logo in verschiedenen Vorlagen sauber platzieren können.

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Lassen Sie sich auch bezüglich der Corporate Colors und möglicher Schriftarten für alle weiteren Schritte im Zuge des Logo-Designs von Ihrem Designer beraten. Hier gilt es, die passende Wahl abhängig von Ihrer Zielgruppe, Branche und Unternehmensphilosophie zu finden. Tatsächlich ist das Erstellen des Unternehmenslogos wohl mit die teuerste Investition in dieser Aufstellung. Die Kalkulation für ein Logo teilt sich in die folgenden Bereiche:

  1. Entwurfstätigkeiten
  2. Nutzungsrechte
  3. Zusätzliche Leistungen (z.B. Reinzeichnung, Recherche und Besprechungen)

Sie können mit Ihrem Designer ein eingeschränktes Nutzungsrecht aushandeln: Beispielsweise erstmal für ein Jahr und nur deutschlandweit – nach dem ersten Jahr müssten Sie dann nachzahlen. Auch die Anzahl der gelieferten Entwürfe könnten bei Bedarf minimiert werden.

Beauftragen Sie einen professionellen Designer, werden Sie im unteren vierstelligen Bereich für die Erstellung eines Unternehmenslogos zahlen. Stundenlöhne von 75 Euro sind üblich und angemessen. Alternativ können Sie Studierende einschlägiger Studiengänge beauftragen, Ihnen einige Entwürfe zu liefern. Gerade Studierende, die kurz vor dem Abschluss stehen, möchten sich gerne zur Vorbereitung einer Bewerbung für einen Angestelltenjob oder den Start in die hauptberufliche Freiberuflichkeit ein Portfolio aufbauen. Solche Studierende finden Sie beispielsweise auf Freelance Junior.

Damit der Studierende das optimale Ergebnis erzielen kann, sollten Sie vor dem ersten Gespräch mit ihm die folgenden Fragen aufarbeiten:

  • Was unterscheidet Ihr Unternehmen/Produkt von Mitbewerbern?
  • Welches sind die stärksten Mitbewerber?
  • Wie sieht die Zielgruppe Ihres Angebots aus?
  • Wie ist Ihre Philosophie im Umgang mit Kunden/Auftraggebern?
  • Wie möchten Sie von Ihren Kunden/Auftraggebern wahrgenommen werden?
  • Gibt es Logos, die Ihnen besonders gut gefallen?

Damit die Zusammenarbeit für beide Seiten fair, skalierbar und ergebnisorientiert verläuft, können Sie sich im Vorfeld auf einen Festpreis für eine festgelegte Anzahl an Entwürfen und einen Stundensatz für anfallende Korrekturschleifen einigen.

Kostenpunkt: ca. 500 Euro

#2 Das Briefpapier – Letzter Schnittpunkt zum potenziellen Auftraggeber

Das Briefpapier ist Ihr letzter Schnittpunkt zum potenziellen Kunden bei Auftragsvergabe oder am Ende einer Beauftragung: Dementsprechend sind nicht nur Rechtschreibfehler in Angeboten oder Rechnungen zu vermeiden – auch ein sauberes Design hinterlässt einen letzten positiven Eindruck.

Im optimalen Fall lassen Sie sich auch von Ihrem Designer Ihr Briefpapier gestalten. Jedoch können Sie ebenso mit Word in Eigenregie ein ansprechendes Briefpapier entwerfen oder sich an Elementen aus Stock-Grafiken bedienen, wie sie beispielsweise im Envato Market auf envato.com zu finden sind. Die Elemente des Briefpapiers können Sie mit wenigen Designkenntnissen an Ihre Corporate Colors anpassen.

Kostenpunkt: ca. 20 Dollar

#3 Die Internetseite – Ihr Marketing-Instrument und Aushängeschild

Theme-Designer verdienen gutes Geld mit nicht-exklusiven Baukästen-Designs für Content-Management-Systeme wie WordPress, die sich Käufer selbst zusammenstecken und personalisieren können. Auf diese Weise können Sie eine dynamische Homepage für den Bruchteil der eigentlichen Kosten realisieren. Das ist praktikabel, solange Sie Ihre Besucher lediglich auf Basis eines Kontaktformulars konvertieren möchten. Die angesprochenen Designs gibt es bereits ab 50 Dollar. Ihre Vorteile:

  • Sie können die WordPress-Installation einfach mit Plugins erweitern, möchten Sie zusätzliche Funktionalität hinzufügen. Dank umfangreicher Einstellungsmöglichkeiten können Sie diese meist ohne weitere Vorkenntnisse personalisieren.
  • Die Themes sind vollgepackt mit Elementen und JavaScript-Effekten, für die Sie bei Beauftragung einer Agentur einige Personenstunden zahlen müssten.

Damit keine Darstellungsfehler auftreten und Sie ein sauber personalisiertes Theme erhalten, sollten Sie einen Webdesigner (gerade hier lohnt sich wieder die Zusammenarbeit mit Studierenden) beauftragen – er sollte über folgende Kenntnisse verfügen:

  • Er muss wissen, wie WordPress architektonisch aufgebaut ist.
  • Er sollte über fundierte Kenntnisse in HTML und CSS verfügen.
  • Er sollte über rudimentäre Kenntnisse in JavaScript verfügen, um mögliche Darstellungsfehler und ungewollte Effekte zu eliminieren.
  • Er sollte wissen, wie er ein „Child Theme“ umsetzt – damit Sie später Updates für Ihr Theme einspielen können, ohne dass Änderungen verloren gehen.

Das Theme können Sie beispielsweise wieder im Envato Market aussuchen. Hier sollten Sie ein Theme wählen, welches oft gedownloadet wurde, über eine gute Bewertung verfügt und einen aktiven Kundensupport anbietet.

Für die Zusammenarbeit mit dem Webdesigner sollten Sie eine Art Lastenheft erstellen. Hier geben Sie an:

  • Mindestens: Welches die Corporate Colors Ihres Unternehmens sind und inwiefern diese als Akzent- und Basisfarben eingesetzt werden sollen und in welcher Schriftart der Schriftzug Ihres Logo erstellt wurde (im besten Falle hat Ihnen Ihr Designer einen „Style Guide“ erstellt).
  • Welche Elemente des Themes Sie in welcher Reihenfolge auf Start- und Unterseiten anordnen möchten (hierzu schauen Sie sich am besten die Demo des Themes an und arbeiten mit Screenshots).
  • Welche Bilder Sie auf welcher Seite einsetzen möchten – hier sollten Sie sich an kommerziell nutzbaren Stock-Fotos bedienen (diese gibt es beispielsweise wieder im Envato Market, es gibt jedoch auch einige Datenbanken für kostenfrei nutzbare Stock-Fotos wie deathtostockphoto.com, die jedoch öfter genutzt werden und daher an weniger prominenten Stellen wie für Blog-Teaser eingesetzt werden sollten). Falls Sie kein besonderes Talent besitzen, sollten Sie nicht auf selbstgeschossene Stock-Fotos zurückgreifen.
  • Änderungen an den Stylesheet-Dateien sollen auf Basis eines „Child Themes“ umgesetzt werden. Der Webdesigner soll Sorge dafür tragen, dass bei Änderung der Darstellung eines Elements das Element individuell mit einer Klasse versehen wird und sich seine Änderungen nicht auf eine ebenfalls anderweitig verwendete Klasse beziehen.

Außerdem schreiben Sie vor Beauftragung des Designers die Texte für Ihre Website und stellen ihm diese bei Auftragsvergabe zur Verfügung. Bedenken Sie, dass einige Elemente des Themes parallel verlaufende Textblöcke besitzen und die Texte für diese Blöcke gleich lang sein sollten.

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Beispiel für parallel verlaufende Textblöcke

Beauftragen Sie einen Suchmaschinenspezialisten vor dem Verfassen der Texte damit, Ihren Wettbewerb zu analysieren und geeignete, realistische Keywords für Ihre Internetseite zu finden. Erklären Sie ihm im Vorfeld, dass Sie den Linkaufbau selbständig betreiben möchten und deshalb Nischen-Keywords suchen. Lassen Sie sich von ihm einen Vorschlag unterbreiten, wie oft die von ihm vorgeschlagenen Keywords in den Texten vorkommen sollen und lassen Sie ihn am Ende über den Text lesen, Verbesserungen vorschlagen und strukturell relevante Inhalte taggen. Da solche Minimalaufträge bei hauptberuflichen Selbständigen nicht beliebt sind, empfiehlt sich auch hier die Zusammenarbeit mit selbständigen Studierenden, die Sie auf Stundenbasis vergüten. Im besten Falle finden Sie sogar einen Webdesigner, der sich mit Suchmaschinenoptimierung auskennt. Diese Kombination ist gar nicht so unüblich.

Um Rechtschreibfehler auf der Internetseite zu vermeiden – dies ist für manchen Kunden ein Ausschlusskriterium –, können Sie auch einen Texter damit beauftragen, Ihren Text gegenzulesen. Da es sich auch hier um einen Minimalauftrag handelt, sollten Sie den Texter am besten per E-Mail kontaktieren und ihm mitteilen, wie viele Wörter Ihre Texte insgesamt umfassen. Er wird Ihnen entweder seinen Stundensatz gemeinsam mit einer Zeitschätzung unterbreiten oder einen Wortpreis vorschlagen.

Nachdem der Webdesigner Ihre WordPress-Internetseite umgesetzt hat, prüfen Sie die responsive Darstellung Ihrer neuen Website auf Fehler. Responsiv bedeutet, dass sich die Größe aller Elemente Ihrer Website automatisch an die Bildschirmgröße von Computer, Tablet und Smartphone anpasst. Am effektivsten ist es, wenn Sie die Breite des Browserfensters verändern und so jede Unterseite Ihrer Website in mehreren Bildschirmbreiten überprüfen.

Möchten Sie in Zukunft die Funktionalität Ihrer Website individuell erweitern und benötigen einen Entwickler, wird die Arbeit an WordPress aber meist teurer als eine individuelle Lösung: Denn dieser muss sich erst in die spezifische Installation Ihrer Internetseite einarbeiten und durch viel Code lesen. Möchten Sie langfristig mit Ihrer Website arbeiten oder besondere Funktionalität anbieten, sollten Sie eine andere Lösung suchen.

Kostenpunkt: ca. 500 Euro

#4 Der Flyer – Verschaffen Sie sich auf lokaler Ebene Gehör

Die Kosten zum Drucken eines Flyers sind sehr gering: Im Durchschnitt erhält man 1000 Flyer bereits ab 15 Euro, der Pro-Stück-Preis fällt abhängig von der Abnahmemenge sogar noch tiefer. Zwar ist das Publikum je nach Ort der Verteilung meist nicht so speziell eingegrenzt wie beispielsweise bei der Suchmaschinenoptimierung, bei der Sie nur für die Nutzer sichtbar sind, die tatsächlich aktuell auf der Suche nach einer Dienstleistung oder einem Produkt wie Ihrem sind – der geringe Kostenpunkt macht eine Flyer-Aktion aber dennoch schnell zu einer rentablen Werbeaktion.

Die Idee ist hier wieder, dass Sie sich an einer Flyer-Vorlage bedienen, für die Sie keine Exklusivrechte erwerben. Solche Vorlagen gibt es oft schon ab 20 Dollar. Geben Sie Ihrem Designer genaue schriftliche Anweisungen, welche Textbausteine an welcher Stelle eingesetzt werden sollen und welche Bilder ersetzt werden müssen. Da es sich auch hier um einen Minimalauftrag handelt, sollten Sie keine grundlegenden Änderungen am Design vornehmen lassen. Suchen Sie ein minimalistisches, klares Design, welches zu Ihrem Logo passt. Besitzen Sie Photoshop oder InDesign und können hier rudimentäre Kenntnisse vorweisen, können Sie die Flyer-Vorlage auch selbst personalisieren.

Kostenpunkt: ca. 150 Euro

#5 Online-Marketing – Multiplikatoren ansprechen und auf Google sichtbar werden

In kleinen Unternehmen sollte Online-Marketing Chefsache sein: Denn zum einen muss hier nicht viel Zeit investiert werden, zum anderen können Kooperationen mit anderen Unternehmen auf diese Weise vertieft werden – und jede Änderung wirkt sich auf Ihre Suchmaschinenpositionierung aus.

Im Endeffekt werden Sie fremden Unternehmensblogs oder Online-Magazinen, die im Zusammenhang mit Ihrer Branche stehen, kostenfreie Inhalte anbieten, von denen aus im Gegenzug auf Ihre Internetseite verlinkt wird. Liefern Sie interessante Inhalte, die zu Ihrem Unternehmen passen, und haken Sie nach einer erfolgreichen Beauftragung bei Ihren Ansprechpartnern nach, ob Sie einen Gastbeitrag für Ihren Blog liefern können. Im Gegenzug sollten Sie auch auf Ihrer Internetseite einen Unternehmensblog abbilden (diese Möglichkeit bietet WordPress standardmäßig) und ebenfalls die Möglichkeit bieten, für Ihre Internetseite solche Inhalte zu liefern. Nutzen Sie auch Social-Media-Kanäle, um in Kontakt mit befreundeten Unternehmen und Freelancern zu bleiben und verweisen Sie von hier auf Ihre im Internet veröffentlichten Artikel.

Im Internet sind viele Ressourcen zugänglich, die beschreiben, worauf Sie bei der Erstellung von suchmaschinenoptimiertem Content achten sollten. Entweder Sie lesen sich hier ein – oder Sie bitten den SEO-Spezialisten, den Sie bei Erstellung Ihrer Website beauftragt haben, Ihnen einen Crash-Kurs zu geben.

Diese Arbeit sollten Sie nur auslagern, sobald Sie bereit sind, hier monatlich einen drei- bis vierstelligen Betrag zu investieren. Denn wenn Sie Inhalte auf Internetseiten platzieren möchten, die kein Expertenwissen vermitteln, müssen Sie damit rechnen, im Gegenzug einen Betrag XY für die Veröffentlichung bezahlen zu müssen. Die Texte müssen geschrieben, die Kooperation angefragt und die Ergebnisse der Maßnahmen regelmäßig ausgewertet werden. Zusätzlich sollten vom Auftragnehmer auch Social-Media-Kanäle genutzt werden, um bestehende Kontakte zu Unternehmen und Kooperationspartnern zu vertiefen. Ob sich das rentiert, ist abhängig davon, wie hoch Ihre Margen bei Erzielung einer Conversion sind.

Möchten Sie eine dementsprechende unabhängige Beratung, sollten Sie keine kostenfreie Analyse bei einer Agentur beauftragen. Spielen Sie lieber mit offenen Karten und vergüten Sie den Aufwand Ihrer Ansprechpartner.

Kostenpunkt: 0 Euro

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